Dokumentarfilminitiative

EN PLUS 1

Arbeiten für das Kino - Das Rahmenprogramm der 50. Duisburger Filmwoche
am Donnerstag, 5.11., 21:30 Uhr

Was macht einen Kinoraum aus, und wem gehört er? Drei Filme richten den Blick auf das Kino als sozialen und politischen Raum und verbinden Fragen nach Gemeinschaft, Begehren und Zugehörigkeit mit feministischen und queeren Perspektiven. Dabei geht es auch um Emanzipation: Wer bekommt Raum, wer wird sichtbar und welche Formen von Kollektivität können im Kino entstehen?

CARMEN (AT 1999 / 23’) von Anja Salomonowitz, CINEMA ALCÁZAR (NI 1997 / 10’) von Florence Jaugey und AUDIENCE (US 1982 / 33’) von Barbara Hammer eröffnen unterschiedliche Zugänge zu diesen Fragen.

Mit einer Einführung von Michelle Koch

Zum Programm der Duisburger Filmwoche

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CARMEN
von Anja Salomonowitz / AT 1999 / 23′

Ein Dokumentarfilm über die wundersame Leidenschaft der Carmen Martinek, die Kinosäle zu ihren Liebhabern macht. (Anja Salomonowitz)

CINEMA ALCÁZAR
von Florence Jaugey / NI 1997 / 10′

When Madame Rosa came here after the earthquake, everything was in ruins. People say it used to be a movie theater, but she's lived there for years and has never seen a movie in her life. (Florence Jaugey)

AUDIENCE
von Barbara Hammer / US 1982 / 33′

In AUDIENCE richtet Barbara Hammer die 16-mm-Kamera auf ihr eigenes Publikum: Vor und in Kinos befragt sie ihre Zuschauer:innen und initiiert Gespräche über lesbische Repräsentation, Pornografie und Feminismus.

Während AUDIENCE das Kino als Ort kollektiver Verhandlung zeigt, erzählt CARMEN von einer individuellen, libidinös besetzten Bindung: Carmen begehrt das Kino körperlich. Ihre zärtlich-haptische Kinoleidenschaft wirkt umso kostbarer, als ihr Wiener Schikaneder-Kino von einer Einkaufswelt verdrängt werden könnte. In CINEMA ALCÁZAR ist die Kinobindung existenziell: Durch ein Erdbeben wird ein Kino zur brüchigen Behausung. Die Kamera beobachtet ruhig, während das Voice-over einer alten Frau von ihren Kinomitbewohner:innen erzählt.

Eine Veranstaltung der Duisburger Filmwoche, präsentiert von ARTE und dfi – Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW