Presseecho
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Ausgewählte Presseartikel zu Veranstaltungen und Publikationen der dfi
Presseecho zur Veranstaltung "Etwas wird sichtbar. Schule und Bildung im Dokumentarfilm." 27. - 29. Mai 2010
"Durch die gesuchte Verschiedenartigkeit der Filme, durch die enorme Varietät im Hinblick auf die verschiedenartigsten Inszenierungs- und Nicht-Inszenierungsstile, wurden den Zuschauern die Möglichkeiten des dokumentarischen Films mustergültig vor Augen geführt, sodaß die Tagung auch für den lediglich Filminteressierten, unabhängig vom Thema, neue Einsichten bieten oder Fragen aufwerfen konnte. (...) Wie so häufig: Die interessantesten Veranstaltungen werfen mehr Fragen auf als sie Antworten geben."
Werner Busch in Schnitt
"Sieht man sich die Filmtitel an, ist die Wahrnehmung eher desaströs: "Lernen bis zum Umfallen", "Kampf im Klassenzimmer" oder "Klassenkampf". Das Augenmerk der Dokumentaristen gilt meist den Bildungsverlierern: Hauptschüler, Förderschüler, Migrantenkinder. Die meisten Autoren nehmen im System Schule Partei für die Kinder, gehen mit ihnen auf Augenhöhe und versuchen, ihre Probleme zu beschreiben. Meist geht es um das "Drama der Selektion", wie der Familiensoziologe Ulrich Oevermann das übergreifende Thema beschrieb."
Fritz Wolf in M 6 7.2010
"Gemeinsam ist ihnen allen, dass hier Schule als sozialer Interaktionsraum stärker im Vordergrund steht als etwa Bildungsinhalte oder Fragen der Wissensvermittlung. Der Dokumentarfilm reagiert damit auf den Trend zur Politisierung dieser Thematik, bildet allerdings auch ein Gegengewicht dazu, denn seine Vorgehensweise widersteht gerade einem durch die Medienberichterstattung ausgelösten Alarmismus. ... Und die weitreichendste Gemeinsamkeit aller Filme, so unterschiedlich sie auch sind, besteht in der Abwesenheit von Vätern. Denn beim Blick der Kamera in das familiäre Umfeld der Protagonisten sind es meist die Mütter, die in den Vordergrund treten; Väter, sofern sie überhaupt zu sehen sind, spielen nur eine marginale Rolle."
Brigitte Knott-Wolf in Funkkorrespondenz 25/2010 vom 25.6.2010
"Bildung ist zum Filmthema geworden. Dem Genre gelingt es, den ganz normalen Wahnsinn des deutschen Schulalltags endlich für alle sichtbar zu machen."
Bernd Kramer in taz vom 2.6.2010
"Jenseits der oft ideologischen und wirklichkeitsfernen bildungspolitischen Debatten begeben sich die Filmemacher direkt in den zeitgenössischen Schulalltag hinein, konzentrieren sich auf ein eng abgestecktes Feld, schauen genau hin und hören zu, was Kinder und Lehrer zu erzählen haben. So "begrenzt" die einzelnen Filme dabei sind, weil sie jeweils nur eine Klasse, vielleicht gar nur einige Schüler oder Lehrer ins (Kamera-) Auge fassen, so glaubwürdig, weil konkret sind ihre Beobachtungen und insofern eine Bereicherung für die Suche nach Lösungsansätzen."
Felicitas Kleiner in film-dienst 12/2010
"Diese (neutrale) Perspektive vereint die Dokumentarfilme, die für die Tagung ausgewählt wurden. Ohne explizite Wertung, ohne Kommentare aus dem Off bringen sie eine angenehm abgeklärte Position in die extrem aufgeheizte Debatte über Schulstruktur und Integration."
Kölner Stadt-Anzeiger vom 27. Mai 2010