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Buchankündigung

Sylvie Lindeperg
»Nacht und Nebel«. Ein Film in der Geschichte.

Band 14, Texte zum Dokumentarfilm,
hg. dfi im Filmbüro NW

Lindepergs in Frankreich preisgekrönte Biographie des berühmten KZ-Films von Resnais als Schlüssel zur Zeitgeschichte – jetzt auf Deutsch zugänglich.

Band 14Der Film »NUIT ET BROUILLARD« (»NACHT UND NEBEL«, 1956) von Alain Resnais über das nationalsozialistische KZ-System hat Bilder der Lager erstmals nach dem Krieg international einem großen Publikum vermittelt. Lindepergs Studie ist die Biographie dieses Films als »Mikrogeschichte in Bewegung« und der Benjaminschen Aufforderung an den Historiker verpflichtet, »in der Analyse des kleinen Einzelmoments den Kristall des Totalgeschehens zu entdecken«. Ausgehend von dem Gedanken, dass sich mediale Produkte erst in den verschiedenen Schichten ihrer Entstehungs- und Gebrauchsgeschichte erschließen, zeichnet Lindeperg zunächst anhand von archivalischen Quellenstudien die einzelnen Etappen der Filmherstellung von der Idee über unterschiedliche Drehbuchversionen und die filmischen Umsetzung durch Alain Resnai bis hin zum Schnitt nach.

Dann untersucht sie den Weg des Films vom Start bis in die Gegenwart mitsamt seinen Zensurskandalen sowie ›Übersetzungsfehlern‹ und Schnittauflagen im Zuge der internationalen Auswertung. Die Untersuchung zeigt so nicht alleine, wie der Film zur Geschichte, sondern wie er in der Geschichte steht – und sich im Verlauf der Zeit ›bewegt‹. Es gibt alleine vier deutsche Sprachfassungen, die Lindeperg einem analysierenden Vergleich unterzieht: die westdeutsche mit dem Kommentar von Paul Celan (der sich signifikant vom Originaltext Jean Cayrols unterscheidet), zwei von der DEFA und eine des DDR-Fernsehens. Zieht man Lindepergs Analysen der Übersetzungen des Kommentartextes in andere Sprachen hinzu, so lässt sich schon hieraus ablesen, wie sehr diese divergenten Lesarten durchwoben sind von Politik, Geschichtsschreibung, nationalhistorischer Didaktik usw.

Lindepergs brillante Studie ist damit weit über den Kreis der Dokumentarfilm-Interessierten hinaus bedeutsam: die exemplarische Filmbiographie ist als Methode zeit- und filmhistorischer Forschung etabliert und trägt der immer enger werdenden Verschränkung von Medien und Geschichte Rechnung.

Die Autorin Sylvie Lindeperg, ist Maître de conférence an der Université-III-Sorbonne. Publikationen u.a.:
Les Écrans de l’ombre. La Seconde Guerre mondiale dans le cinéma français (prix Jean-Mitry de l’Institut Jean Vigo)
Clio de 5 à 7. Les actualités filmées de la Libération

Die deutsche Publikation wird gefördert vom Land NRW, der Stiftung Kulturwerk der VG-Bild-Kunst, Der DEFA-Stiftung und dem Bureau du Livre, Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Berlin. 

Texte zum Dokumentarfilm Bd. 14
ISBN 978-3-940384-24-9
ca. 416 Seiten,
Broschur, zahlr. Abb.
ca. EUR 19 SFr. 29,80
erscheint Oktober 2010

 

Ankündigung des Symposiums

»Töne sehen – Bilder hören«

Die akustische Dimension des Dokumentarischen. Aktuelle Tendenzen.

16. und 17. Sept. 2010, Filmforum NRW, Köln

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Nachlese

Tagung »Etwas wird sichtbar ... Schule und Bildung im Dokumentarfilm«

27. - 29. Mai 2010, Filmforum NRW,  Köln

Ist Schule im Dokumentarfilm darstellbar? –

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Ankündigung Buch und DVD

Thomas Heise
»Spuren. Eine Archäologie der realen Existenz«

Band 13, Texte zum Dokumentarfilm, hg. dfi im Filmbüro NW

Thomas Heise
»Material«

edition filmmuseum, Nr.56

Einblicke in die filmische Arbeitsweise des Dokumentarfilmers Thomas Heise in konkreter Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit.

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Buchankündigung

Sylvie Lindeperg
»Nacht und Nebel«. Ein Film in der Geschichte.

Band 14, Texte zum Dokumentarfilm,
hg. dfi im Filmbüro NW

Lindepergs in Frankreich preisgekrönte Biographie des berühmten KZ-Films von Resnais als Schlüssel zur Zeitgeschichte – jetzt auf Deutsch zugänglich.

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