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Ankündigung

»Ton. Texte zur Akustik im Dokumentarfilm.«

herausgegeben von Julian Rohrhuber und Volko Kamensky

Band 15, Texte zum Dokumentarfilm, circa 300 Seiten.

„Logisch betrachtet, müsste sich jede Kinotheorie mit der Frage des Filmtons auseinandersetzen. Praktisch betrachtet war das kaum jemals der Fall“, schreibt Rick Altman lakonisch in der Einleitung zur Anthologie „Sound Theory / Sound Practice“ von 1992.

Zumeist bleibt in der ästhetischen Diskussion über den Film der Ton weiterhin sekundär und den Aussagen des Bildes unterworfen. Allein wenn von technischen Möglichkeiten die Rede ist, wird betont, dass der Ton avancierter reproduziert und nachbearbeitet wird als die Bildspur. Die aktuelle Rede über den Filmton ist daher vor allem an seiner Manipulierbarkeit orientiert.

Dagegen wendet sich der neue Band der Buchreihe »Texte zum Dokumentarfilm« der Frage zu, was passiert, wenn der Ton als wesentlicher Bestandteil einer Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit ins Spiel kommt. Insbesondere beim dokumentarischen Arbeiten fordert das Akustische eine neue Auseinandersetzung mit Fragen der Realität, Authentizität oder Zeugenschaft. Ebenso wird es um Konventionen der akustischen Wahrnehmung und um philosophische und politisch-gesellschaftliche Dimensionen des Tons z.B. im ethnographischen, aber auch im experimentellen Dokumentarfilm gehen.

Warum der Ton domestiziert, seiner Widerständigkeit beraubt und auf seinen Mehrwert an Bedeutung für das Bild reduziert wird, sind Fragen einiger Essais u.a. von Rick Altmann, Jean-Louis Comolli und Daniel Deshays, die der neue Band zum ersten Mal der deutschen Diskussion zugänglich macht.

Die Anthologie behandelt in mehreren Abschnitten Themen wie Stimme im Dokumentarfilm, Musik und ihre Wiedergabe sowie die Rolle der Geräusche. Dabei werden weiterführende Positionen zum Ton aus dem anglo-amerikansichen und dem französischen Theorieraum versammelt (u.a. Michel Chion, Carl R. Plantinga). An Fallbeispielen wird auch die Tongestaltung aktueller Filme wie die von Pierre–Yves Vanderweerd oder von "9/11" der Naudet-Brüder befragt sowie deren Auswirkung auf die Wahrnehmung der Filme.

Das Problem des Tons begleitet den Dokumentarfilm seit Anfang an. Historische Quellen von John Grierson, Dziga Vertov und Basil Wright/Vivian Braun ergänzen die Textsammlung und zeigen, dass bereits früh die Vielschichtigkeit der Frage des Tons im Dokumentarfilm erkannt worden ist.

Zielgruppen für die neue Publikation sind DokumentarfilmerInnen, von denen einige gerade in den letzten Jahren ästhetisch interessante Dokumentarfilme mit einer eigenständigen Tonspur im Verhältnis zum Bild herstellten. Ebenso angesprochen sind MedienkünstlerInnen und bildende Künstler.

Die Herausgeber:
Volko Kamensky (Hamburg) ist Filmemacher.
Julian Rohrhuber (Köln) ist Professor für Musikinformatik / Medientheorie an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.

Die Publikation wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW sowie von der MedienStiftung Kultur Köln. Sie erscheint voraussichtlich April 2013.

 

Veranstaltungen zum Thema

»Ton im Dokumentarfilm.«

 Vortrag von Volko Kamensky auf dem DOK.forum München

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»Ton. Texte zur Akustik im Dokumentarfilm.«

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Band 15, Texte zum Dokumentarfilm, circa 300 Seiten.

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