Band 17Buchcover Band 17

Edgar Reitz
»Zeitkino«

herausgegeben von Christian Schulte

Band 17, Texte zum Dokumentarfilm
288 Seiten, Br, 24,00 Euro | 37,00 SFr


ISBN 978-3-940384-66-9

Edgar Reitz, 2014 mit dem Deutschen Filmpreis für DIE ANDERE HEIMAT geehrt, gehört zu den Begründern des Neuen Deutschen Films und war unter den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests vielleicht der genuinste Filmemacher.

Er realisierte in den frühen 60er Jahren zahlreiche Kurzfilme, darunter ein Meisterwerk wie GESCHWINDIGKEIT, sowie zahlreiche Industrie- und Werbefilme, die es dem Autodidakten ermöglichten, zu experimentieren und sich das filmische Handwerk von Grund auf anzueignen. In Alexander Kluges ABSCHIED VON GESTERN gelangen ihm als Kameramann ikonische Einstellungen, und sein erster Langfilm MAHLZEITEN besticht noch heute durch eine den Plot furios fragmentierende Montage.
In den 70er Jahren entwickelte sich Reitz weg von einer Ästhetik des Fragments hin zu einem Erzählkino von epischen Ausmaßen: »Wirklich zu mir selbst gefunden habe ich erst in HEIMAT. Da entdeckte ich in mir das Geheimnis des Narrativen. Bis dahin war ich ein Anti-Erzähler.« Das HEIMAT-Projekt, mit dem Reitz auch international der Durchbruch gelang, ist inzwischen zu vier großen Zyklen angewachsen, die 150 Jahre deutsche Geschichte aus der Mikroperspektive der eigenen Lebens- und Familiengeschichte vergegenwärtigen und zu einem eigenen Erzählkosmos verdichten, der im Medium filmischer Erinnerung kollektive Erfahrungen aufruft und assoziativ miteinander verknüpft.

Soziale Synapsen zu bilden, darin liegt für Edgar Reitz die eigentliche Bedeutung der Filmkunst – und vor allem seines eigenen »Zeitkinos«. Der vorliegende Band versammelt Texte – Essays, Interviews, Bruchstücke – aus fünf Jahrzehnten, viele werden erstmals publiziert. Texte, in denen der Regisseur Einblicke in sein Leben, sein Verständnis des Autorenfilms, seine Arbeitsweise und die Entstehungsprozesse einzelner Filme gewährt, in denen er analoge und digitale Produktionstechniken, den kinematographischen Raum und Verfahren der Bildgestaltung auf bislang ungenutzte Möglichkeiten hinbefragt – immer mit Blick auf die fiktionale Kraft eines Mediums, dessen eigentliche Zukunft erst noch bevorsteht.



Inhaltsverzeichnis

  • Liebe zum Kino
    Liebe zum Kino (1962)
    Vom Lichtspiel zum Kino (1963)
    Utopie Kino (1963-65)
    VariaVision (1965)
    Der Film verlässt das Kino (1968)
    Brief aus Knokke (1968)
    Filmen außerhalb der professionellen Grenzen (1969)
    Der Wiederaufbau eines angenehmen Kinoklimas (1970)
    Königinbesuch (1965)
    Kinder drehen Filme (1968)
    Das Elend des kulturellen Wettbewerbs (1969)
    Sympathische Nazis (1973)
    Hände (1979)
    Unabhängiger Film nach Holocaust? (1979)
    Die Kamera ist keine Uhr (1979)
    Reise nach Marburg (1964)
    Das Kino der Autoren lebt (1980)
    Das Unsichtbare und der Film (1983)
  • Erzählen im Film
    Geheimnis der Filmbilder (1994)
    Gespräch mit Edgar Reitz über Die Zweite Heimat (1992)
    Der Erzähler als Singularist (2010)
    Notiz: Publikum und Film (2014)
  • Bilder in Bewegung
    Film im Strom der Zeit (1995)
    Die Wiedergeburt des Epos aus den Netzwerken (1995)
    Die Zukunft des Kinos im digitalen Zeitalter (1995)
  • Zeitkino
    Brief an Helmut Lachenmann (2009)
    Fragmente über Zeit (ca. 1997)
    Erzählen im Film (2006)
    Grußwort an die Studierenden der HFF München (2014)
    Kino der Zukunft (2013)
    Die Rettung des Ich in der Kunst (2009)
    Versuch über die Wirkungsweise des Schwarzweiß-Films im Vergleich zum Farbfilm (2014)
    Symbolismus im Film. Brief an Lothar Spree (2009)
    Was ist ein Film-Autor? (1995/96)
    Über den Einfluss des Fernsehens auf das deutsche Kino (1999)
    Was heißt wirklich, was heißt schön im Kino (2009)
    Josef Anton Riedl (1996)
    Über das Drehbuchschreiben (2005)
    Das Zeitkino (1993)

Die Publikation wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Texte zum Dokumentarfilm, Bd. 17
Hg. von der dfi-Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW
288 Seiten, Br, zahlr. Abb. 
24,00 Euro | 37,00 SFr

ISBN 978-3-940384-66-9

Veranstaltungsankündigung

Kraftfelder

30.11 - 2.12.2017 in Köln

2017 will LaDOC unter dem Begriff
Kraftfelder über die Strahlkraft künstlerischer Impulse nachdenken. Dabei geht es sowohl um individuelle Positionen, als auch um konkrete Arbeitszusammenhänge, Projekte und Netzwerke.

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Ankündigung

Ein Jahrhundert Ophüls – Filmgeschichte von Max Ophüls bis Marcel Ophüls

Symposium vom 13. -17. November 2017 in der FH Dortmund und der KHM Köln

Max Ophüls und Marcel Ophüls - Vater und Sohn - zählen zu den großen international anerkannten Filmregisseuren des deutschen, französischen und amerikanischen Kinos im 20. Jahrhundert.

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Ankündigung

DOKFENSTER KÖLN 2017

12 x Dokumentarfilm für Kölner Schulklassen
Montag, 20. November bis Freitag, 24. November 2017
im Kino Filmpalette, Lübecker Straße 15, 50668 Köln (Haltestelle U- und S-Bahn Hansaring / U-Bahn Ebertplatz)

Programmflyer

Das DOKFENSTER KÖLN öffnet innerhalb des Kinderfilmfests CINEPÄNZ wieder ein Fenster mit dokumentarischen Filmen und lädt Kölner Schulklassen ins Kino ein.

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Neuerscheinung Band 20,
Texte zum Dokumentarfilm

Sichtbar machen.
Politiken des Dokumentarfilms

 

"Der Film zeigt nicht nur Bilder, er umgibt sie auch mit einer Welt." Gilles Deleuze zufolge zeigt sich das Verhältnis von Bild und Welt vielgestaltig. Dieser Heterogenität entsprechend lassen sich die dokumentarischen Formen des Sichtbarmachens deuten. Zum Kernbestand dokumentarischer Ästhetik wie dokumentarischer Politik gehört es, Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo sie zuvor fehlte.

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Audio-Dokumentation

Das NRW-Filmerbe

Neben dem Abschlussbericht dokumentieren wir das dfi-Symposium zum NRW-Filmerbe mit Tonaufnahmen der Vorträge und Panels.

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